Ein langer Weg – Kirche, Frauentag und Integration

Der Internationale Frauentag am 8. März – ein wichtiger Aktionstag? In Kirchenkontexten eher nicht. Die Verwurzelung des Frauentages im sozialistischen also oft kirchenfeindlichen Milieu und eine mitunter reflexhafte Skepsis gegenüber feministischen Positionen haben zu seiner Beliebtheit in den evangelischen Kirchen nicht gerade beigetragen. Es gibt den Weltgebetstag der Frauen, der auch Anfang März begangen wird, aber er hat eine andere Tonalität.

An der Gleichgültigkeit dem Internationalen Frauentag gegenüber wird etwas sichtbar, was gerade in Zeiten, in denen so leidenschaftlich um Integration gestritten wird, ebenso banal wie bemerkenswert ist: Es gibt Grundwerte unserer Gesellschaft, die inzwischen so selbstverständlich sind, dass man gefährdet ist zu vergessen, wie hart die Kämpfe um ihre Durchsetzung waren; und immer noch sind. Dazu gehört der Artikel 3 des Grundgesetzes, der fordert, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, und dass der Staat die tatsächliche Gleichberechtigung auch durchzusetzen hat. Der Internationale Frauentag unterstützt das Bewusstsein für die Kostbarkeit der Gleichheitsrechte unter den Geschlechtern in unserer Gesellschaft. „Ein langer Weg – Kirche, Frauentag und Integration“ weiterlesen

Die Flüchtlingskrise als Herausforderung für unser Selbstverständnis

Rede zum Neujahrsempfang in der Evangelische Akademie Bad Boll am 10. Januar 2016

„Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen.“ (Mt 25,35)

Lieber Herr Stepanek, lieber Herr Dr. Hübner, sehr geehrte Damen und Herren,

weiß von Ihnen noch jemand, welches Wort die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ zum Wort des Jahres 2014 gekürt hatte? Es war das Kunstwort „Lichtgrenze“. Es bezog sich auf die Berliner Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Mauerfalls. Auf die Lichtballon-Grenze quer durch die Stadt. Ein entscheidender Tag für unser Land, als die Mauer fiel; ein starkes, aber flüchtiges Bild im vorvergangenen Jahr als tausende dieser leuchtenden Ballons gen Himmel stiegen – und die für wenige Tage noch einmal sichtbare Grenze ein letztes Mal verschwand. „Die Flüchtlingskrise als Herausforderung für unser Selbstverständnis“ weiterlesen

Streiten für die Offene Gesellschaft

Ich empfehle seit einiger Zeit eine Homepage: www.die-offene-gesellschaft.de. Das ist die Internetseite zu einem großartigen privat initiierten Diskussions-Projekt, das nun bereits mehr als drei Monate durch Deutschland tourt und weiter touren wird.

Debatte "Die offene Gesellschaft" im SO36 © Janny Schulz
Debatte „Die offene Gesellschaft“ im SO36 © Janny Schulz

Viele tausend Menschen von Schwedt bis Saarbrücken, von Stralsund bis Freiburg i.Br. sind bislang der Einladung gefolgt, sich mit der Frage zu beschäftigen, die offenbar vielen  auf den Nägeln brennt: „Welches Land wollen wir sein?“ „Streiten für die Offene Gesellschaft“ weiterlesen

Integration ohne Familie wird nicht funktionieren

Auf meinen Reisen durch Deutschland habe ich viele minderjährige unbegleitete Flüchtlinge kennengelernt. Sie haben offen erzählt: über ihre Flucht, ihre Ankunft in Deutschland und ihre Hoffnungen in dem neuen Land.

Freiwillige Helfer bringen Kinder quer durch die Stadt von der Notunterkunft zum Sportunterricht. © Kathrin Harms & Esteve Franquesa
Freiwillige Helfer bringen Kinder quer durch die Stadt von der Notunterkunft zum Sportunterricht. © Kathrin Harms & Esteve Franquesa

Wenn aber das Gespräch auf ihre Familien kam, die sie in den Kriegs- und Krisengebieten zurücklassen mussten, verstummten sie meist vor Sorge und Angst. „Integration ohne Familie wird nicht funktionieren“ weiterlesen

Angst ist ein schlechter Ratgeber

„Angst ist ein schlechter Ratgeber“ – hat uns Kindern unsere Mutter immer gesagt. Und auch die Bundeskanzlerin hat in einer bemerkenswerten Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde in Bern über die humanitäre Jahrhundertherausforderung Flucht empfohlen, diesen guten, alten Grundsatz zu beherzigen: Angst ist ein schlechter Ratgeber. Und gleichzeitig hat sie in diesem Gespräch als ein probates Mittel gegen die Angst die vertiefte Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben empfohlen.

2016 steht die Woche unter dem Motto "7 Tage ohne Enge"
2016 steht die Woche unter dem Motto „7 Tage ohne Enge“

„Großes Herz – 7 Wochen ohne Enge“ ist das Motto der diesjährigen evangelischen Fastenaktion. „Angst ist ein schlechter Ratgeber“ weiterlesen

Unser neues Wir – 2016 wird das Jahr der Integration

Vielleicht haben Sie sie schon bemerkt? Die Diakonieplakate mit dem Slogan: „In der Nächsten Nähe“? In ganz Deutschland können Sie ihnen derzeit begegnen: Der Hebamme mit dem noch blutigen Neugeborenen; der alten Dame, deren schlohweißes Haar von einer Altenpflegerin gekämmt wird, oder der Sozialarbeiterin im Gespräch mit einer Gruppe junger Männer und Frauen, Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak.

Die Diakonieplakate mit dem Slogan: „In der Nächsten Nähe“ – hier das Motiv aus der Flüchtlingshilfe
Die Diakonieplakate mit dem Slogan: „In der Nächsten Nähe“ – hier das Motiv aus der Flüchtlingshilfe

Das Besondere an diesen Plakaten ist, dass sie tatsächlich den Arbeitsalltag der Diakonie abbilden. Es sind keine gestellten Werbebilder, sondern Reportagefotografien aus dem wirklich gelebten Leben. „Unser neues Wir – 2016 wird das Jahr der Integration“ weiterlesen

Das Wunder der Weihnachtsgeschichte

Die Weihnachtskarte der Diakonie hat auf den ersten Blick nichts von festlicher Stimmung.

Die Weihnachtskarte, die wir im Namen der Diakonie Deutschland dieses Jahr verschicken.
Die Weihnachtskarte, die wir im Namen der Diakonie Deutschland dieses Jahr verschicken.

Trotzdem zeigt sie die Wunder der Weihnachtsgeschichte. „Das Wunder der Weihnachtsgeschichte“ weiterlesen

Danke für Ihr Engagement!

Ein offener Brief an alle Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Liebe Damen und Herren,
immer mehr Menschen sind wie Sie bereit, ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen freiwillig und unentgeltlich für andere einzusetzen. Sie arbeiten mit an der Lösung sozialer Probleme im Stadtteil, engagieren sich für Menschen in Not und setzen sich für einsame, benachteiligte oder diskriminierte Menschen ein.

Der ehrenamtliche Deutschlehrer Max gibt Deutschunterricht in der Notunterkunft Traglufthalle © Kathrin Harms & Esteve Franquesa
Der ehrenamtliche Lehrer Max gibt Deutschunterricht in einer Notunterkunft © Kathrin Harms & Esteve Franquesa

Freiwilliges Engagement ist auch aus unseren diakonischen Diensten und Einrichtungen nicht wegzudenken. Allein in der Diakonie sind in Deutschland weit über 700.000 Menschen ehrenamtlich aktiv. Welch ein Schatz und welche Bereicherung unserer Zivilgesellschaft! „Danke für Ihr Engagement!“ weiterlesen

Laudatio auf das Siegerprojekt des Sozialpreises Innovatio: „Wendepunkte im Leben – wir sind für sie da“

Wie schön eine Rede mit einem Glückwunsch beginnen zu können! Wir haben einen neuen würdigen Hauptpreisträger 2015: das Projekt „Wendepunkte im Leben – wir sind für Sie da“ des Krankenhauses St. Elisabeth und St. Barbara Halle/Saale. Meinen allerherzlichsten Glückwunsch!

Der Sozialpreis Innovatio zeichnet Projekte aus, die aktuelle oder auch absehbare Probleme und soziale Themen aufgreifen und in innovatives praktisches Handeln umsetzen. Wenn wir uns die Hauptpreisträger 2011 und 2013 ins Gedächtnis rufen, haben die Jurys damals ein geradezu seismographisches Gespür für die kommenden Handlungsnotwendigkeiten unsere Zeit bewiesen. Sie erinnern sich vielleicht: „Laudatio auf das Siegerprojekt des Sozialpreises Innovatio: „Wendepunkte im Leben – wir sind für sie da““ weiterlesen