Für mehr Sicherheit – Familiennachzug

Ich bin ein „Volksverräter aus dem Logenmilieu“ – So hat mich jedenfalls Anna F., eine zornige Leserin der „Epoch Times“, genannt. Sie war sehr aufgebracht: Ich würde mich nicht für die Belange hiesiger Kinder und Bedürftiger interessieren, sondern mir „muslimische Klienten in Asien“ suchen.

Familien dürfen nicht auseinander gerissen werden ©Anieke Becker

Ziemlich krude und ziemlich falsch, ist die Diakonie doch Träger von bundesweit über 545 000 Plätzen in der Jugendhilfe und rund 9200 Tageseinrichtungen für Kinder.

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Friede auf Erden

Tote, Verletzte – mitten in Berlin. Im Schatten der Gedächtniskirche, die in ihrer zerrissenen Architektur jeden Tag die Erinnerung an die Bombennächte eines lang vergangenen Krieges in unser Blickfeld holt. Ich war selber in der vergangenen Woche auf diesem Markt am Breitscheidplatz.  „Friede auf Erden“ weiterlesen

Kalter Blick oder humane Perspektiven?

Sackgasse  Griechenland. „Stuck in Greece“ heißt der Blog, den Fawaz al Fawaz, derzeit Thessaloniki, auf Facebook führt. Kein nachrichtlicher Blog, eher ein poetisches Gefühlsecho auf die verzweifelte Lage, in der sich derzeit so viele Menschen in Europa befinden. Sein Blog hat ein Bild des kürzlich geschlossenen Flüchtlingslagers „Camp Petra“ in mein Blickfeld geschoben.

Das mittlerweile geschlossene griechische Flüchtlingslager „Camp Petra“ unter einer Schneedecke Privat/Diakonie

Die Kälte kriecht einem noch am sicheren Schreibtisch in die Knochen. Wer in geheizten Konferenzräumen oder Plenarsälen über Flüchtlingspolitik zu entscheiden hat, sollte es sich zur Gewohnheit machen, solche Bilder anzusehen; könnte vielleicht auch den Gedanken oder sogar das Gefühl zulassen, wie es wohl wäre, wenn der eigene Enkel, die Tochter oder Mutter in einem solchen Lager auf ihre Zukunft warten müsste. WARTEN. Ob das Entscheidungen beeinflussen würde? Im Advent im christlichen Abendland? „Kalter Blick oder humane Perspektiven?“ weiterlesen

Globaler Applaus

#Global Applause. So wird auf Twitter von der UN der Internationale Tag des Ehrenamtes in diesem Jahr gefeiert. Seit 1986 rufen die Vereinten Nationen weltweit dazu auf, sich bei den ungezählten Männern und Frauen zu bedanken, ohne die der Begriff „sozialer Zusammenhalt“ nicht mehr als eine leere Worthülse wäre.

Das Ehrenamt ist ein riesiger Schatz – wie im ambulanten Hospizdienst im Hamburger Osten. Hier helfen Ehreanmtliche Sterbenden, die zu Hause sterben möchten, die ihnen verbleibende Zeit so zu gestalten, wie Sie es sich wünschen. ©Diakonie/Anette Schrader
Das Ehrenamt ist ein riesiger Schatz – wie im ambulanten Hospizdienst im Hamburger Osten. Hier helfen Ehrenanmtliche Sterbenden, die zu Hause sterben möchten, die ihnen verbleibende Zeit so zu gestalten, wie Sie es sich wünschen. ©Diakonie/Anette Schrader

Ich habe ganz konkrete Menschen vor Augen, die mir als Ehrenamtliche begegnet sind. „Globaler Applaus“ weiterlesen

Der Wichern-Adventskranz im Bundestag

Heute habe ich den traditionellen Wichern-Adventskranz im Beisein zahlreicher Abgeordneter an die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau als Repräsentantin des Deutschen Bundestages überreicht.

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Der Kranz wird in der Vorweihnachtszeit in der Lobby des Deutschen Bundestages stehen und daran erinnern, „Der Wichern-Adventskranz im Bundestag“ weiterlesen

Diakonie muss sich ändern

Heute bin ich in Karlsruhe zu Gast bei der Diakonischen Konferenz der Diakonie Baden, einem unserer 15 Landesverbände. Das Wort „Landesverband“ klingt etwa so aufregend wie „Behörde“. Dabei ist ein Landesverband ein vibrierender Kosmos. Nur ein paar Zahlen: Derzeit sind rund 490 Kirchengemeinden, 24 Kirchenbezirke, 23 Kirchengemeinde- und Diakonieverbände und mehr als 360 Freie Träger Mitglied im Diakonischen Werk Baden.

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Sie arbeiten in den Bereichen Kranken-, Jugend-, Familien- und Altenhilfe, Hilfe für Menschen mit Behinderungen, Personen in besonderen sozialen Situationen und Tageseinrichtungen für Kinder. Mehr als 36 000 Frauen und Männer stehen bei der Diakonie in Baden in Lohn und Brot, unzählige Freiwillige ermöglichen die Arbeit. Ein vibrierender Kosmos eben. „Diakonie muss sich ändern“ weiterlesen

Rücksichtnahme, Respekt, Ressourcen

An diesem Wochenende findet in Münster die 40. Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen statt. Die Diakonie ist eingeladen worden. Es klingt seltsam, so etwas zu schreiben, denn die Diakonie ist ja keine resolute Dame, die man einladen könnte. Die Diakonie ist ein konfessioneller Wohlfahrtsverband, ein komplexes Gebilde aus 15 Landes-, ca. 70 Fachverbänden und neun frei- und altkonfessionellen Kirchen mit ihren diakonischen Einrichtungen. Zusammen sind wir die soziale Arbeit der evangelischen Kirchen, unsere Klientel sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft, egal welcher Religion oder Weltanschauung sie angehören.

© Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen unter CC 2.0 via
© Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen unter CC 2.0 via

Der Staat hat diese Aufgabe an uns und andere delegiert. Im Interesse dieser Schwächsten arbeitet Diakonie, und auch in ihrem Interesse werde ich heute bei den Grünen sprechen. „Sozialer Zusammenhalt“ heißt der Tagesordnungspunkt. Die Rede finden Sie, wenn Sie runterscrollen: „Rücksichtnahme, Respekt, Ressourcen“ weiterlesen

Nützliche Idioten

Ich habe vor einiger Zeit einen diplomatischen Fauxpas begangen. Ich habe die politisch nicht korrekte Formulierung „Nützliche Idioten“ gebraucht. Und zwar öffentlich. In einem Interview rund um die Frage, wie ich es beurteile, dass Mitarbeitervertretungen (MAV) unter dem Dach der Diakonie den Dritten Weg in Frage stellen und angefeuert von ver.di in einer Konfliktsituation Front machen gegen die Diakonischen Dienstgeber.

Schlichtung statt Streik © Dennis Wegner unter CC 2.0 via
Schlichtung statt Streik © Dennis Wegner unter CC 2.0 via

(Dienstgeber, dass sei kurz erläutert, ist der Diakoniebegriff für Arbeitgeber, Dienstnehmer für Arbeitnehmer, gemeinsam sind sie eine Dienstgemeinschaft. Dazu später mehr.) „Nützliche Idioten“ weiterlesen

Zwischenruf: Integration vor Ort

Was ist wichtig für eine gute Integration von Flüchtlingen und ein gelingendes Miteinander. Darüber haben wir, Vertreter von Verbänden, Wirtschaft, Kirchen und Stiftungen, die sich bei der Aufnahme von Flüchtlingen engagieren, gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel gesprochen.

Nachtasyl – Nochlezhka

„Nachtasyl“ heißt das bekannteste und erfolgreichste Theaterstück des russischen Schriftstellers Maxim Gorki. Ort der Handlung dieses Dramas ist ein Elendsquartier im Russland der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Es ist zu gleich Gorkis düsterstes und ein schwer verdauliches Drama.

Geöffneter Bus an dem Menschen auf Tee und Essen warten
Mitternachtsbus für obdachlose Menschen

„Nochlezhka“ – zu deutsch „Nachtasyl“ ist auch der Name einer russischen wohltätigen Organisation, die sich seit 1990 für die Rechte und die Verbesserung der Lebensbedingungen von wohnungslosen Menschen in der Russischen Föderation einsetzt. „Nachtasyl – Nochlezhka“ weiterlesen