Die Systemrelevanz der Starken

Der Stresstest für den gesellschaftlichen Zusammenhalt kennt keine Sommerpause. Mit ungebrochener Wucht geht er weiter. Ob wir ihn als offene, soziale und demokratische Gesellschaft bestehen werden, dafür stellen wir jetzt gemeinsam die Weichen.

In einer sozialen Marktwirtschaft heißt das: Die Einkommensstärkeren tragen eine Mitverantwortung für das Wohl der Einkommensschwächeren. Unser Gesellschaftsmodell funktioniert nur mit dieser Solidarität. Eigentlich. Aber: Können sich die Schwächeren in unserem Land in dieser herausfordernden Situation auf die Solidarität der Stärkeren verlassen? Das ist eine systemrelevante Frage. „Die Systemrelevanz der Starken“ weiterlesen

Solidarität jetzt!

Verbitterung, Verzweiflung, Resignation oder Wut: Das Gefühl von immer mehr Menschen, im System der Demokratie nicht mehr vorzukommen, wirkt wie eine tickende Bombe im Fundament unserer Gesellschaft. Wenn zu viele Menschen glauben, dass sich die Versprechen der sozialen Marktwirtschaft nur noch für die Smarten und Reichen auszahlen, bedroht das nicht nur den sozialen Zusammenhalt, sondern auch die demokratischen Werte einer Gesellschaft. „Solidarität jetzt!“ weiterlesen

Freiwilligkeit fördern

Pflicht oder Freiwilligkeit? Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die alte Frage nach einem Pflichtdienst für das Gemeinwesen aus guten Gründen neu gestellt. Ihn beschäftigt zu recht die wichtige Frage, wie wir den Gemeinsinn zukünftig wirkungsvoll stärken und der zunehmenden Segmentierung der Gesellschaft entgegen wirken können. Und wieder ist die alte Debatte in vollem Gang.

Mir erscheint nicht hinreichend geklärt, worüber eigentlich nachgedacht werden soll: eine Dienstpflicht? Ein Dienstjahr? Eine soziale, ökologische oder gesellschaftliche Dienstpflicht? Ein Beitrag für mehr Gemeinsinn für alle – oder nur für die junge Generation? Mit und ohne Beteiligung der Bundeswehr? Integriert in ein schulisches Curriculum? „Freiwilligkeit fördern“ weiterlesen

Platz machen!

Wie entkommen Menschen mit schweren Beeinträchtigungen dem Grauen des Krieges? Montag ist Weltflüchtlingstag. Wieder werden schreckliche Zahlen veröffentlicht: Über 100 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Und hinter jeder Zahl steht ein menschliches Schicksal.

Ich habe seit einer Woche diese eindrucksvolle Gruppe junger Menschen aus der Ukraine vor mir: 111 Kinder und Jugendliche mit zum Teil schweren Behinderungen, ihre Betreuerinnen und deren Kinder. „Platz machen!“ weiterlesen

“…der schönen Gärten Zier”

Blühende Gärten, überall in Deutschland: Oasen für Singvögel, Insekten und Menschen. Kleinste, kleine und größere Lebensräume, die das Klima, die Luft- und Lebensqualität in der Nachbarschaft nachhaltig verbessern helfen. Neue Lieblingsorte, die zum Verweilen einladen, zum Mitgestalten und Nachahmen. 30 Projekte dieser Art gibt es bereits unter dem Dach der Diakonie in Württemberg. Damit es bundesweit mehr werden, auch deswegen haben der NABU (Naturschutzbund Deutschland) und Diakonie Deutschland beschlossen zusammen zu arbeiten. „“…der schönen Gärten Zier”“ weiterlesen

Krisenfest? Pfingsten!

Der Geist Gottes braucht keine Kirche. Das ist für Menschen, denen die Kirche so am Herzen liegt, gleichermaßen niederschmetternd wie befreiend. Wir dürfen uns Pfingsten daran erinnern, dass schlechtbesuchte Gottesdienste, nicht besetzte Pfarrstellen, sogar leere Kassen und die wachsende Zahl von Kirchenaustritten zwar eine schwere institutionelle Krise markieren, aber keine Krise des Geistes Gottes. „Krisenfest? Pfingsten!“ weiterlesen

Freiheit, Würde, Lebensschutz

In dieser Woche haben viele Menschen in diesem Land über Sterbewünsche, Suizidprävention und assistierten Suizid diskutiert – endlich auch im Deutschen Bundestag. Es war eine gute und wichtige Woche, finde ich. Denn in Kürze beginnt das lang erwartete Gesetzgebungsverfahren zur Neuregelung der Suizid-Assistenz. Ich setze mich dabei für eine Regelung ein, die dem Schutz des Lebens dient und zugleich die Selbstbestimmung achtet. „Freiheit, Würde, Lebensschutz“ weiterlesen

Demografie, Diakonie, Denkfabrik

Krieg, Corona, Klimawandel. Seit nunmehr zwei Jahren kommen wir alle aus dem Krisenmodus nicht mehr heraus. Vor allem für die Jüngeren ist dies eine sehr lange Zeit. Mein Eindruck ist, dass Kinder und Jugendliche in der öffentlichen Debatte und in der Politik nicht die Rolle spielen, die sie spielen müssten. Der Deutsche Ethikrat hat in seiner Lessons-Learned- Stellungnahme zu Corona zu recht nachdrücklich darauf hingewiesen.

Gut also, dass “Jugend” von Montag bis Mittwoch das Thema der diesjährigen Berliner Demografie-Tage in der kommenden Woche ist.
Was bewegt jüngere Menschen in Deutschland, in Europa, in der Welt – und wie sehen ihre Zukunftsperspektiven aus? „Demografie, Diakonie, Denkfabrik“ weiterlesen

Eine offene Gesellschaft ist kein Selbstläufer

Am 18. Juni 2022 heißt es: „Platz machen! Für die offene Gesellschaft“. Bereits zum 5. Mal lädt die „Die offene Gesellschaft“ zu einem Aktionstag ein. Es geht dabei im Kern um nicht weniger als unsere Demokratie. Für mich ist der Kampf um eine offene und gerechte Gesellschaft die zentrale gesellschaftliche Auseinandersetzung des 21. Jahrhunderts. Was wir gerade in Europa erleben müssen ist sogar ein Krieg. Die Ukraine verteidigt sich mit Waffen gegen einen russischen Angriffskrieg, aber die Menschen in der Ukraine kämpfen auch für etwas: Sie verteidigen eine offene, eine demokratische Gesellschaft.
„Eine offene Gesellschaft ist kein Selbstläufer“ weiterlesen

Zeitenwende

Das Wort  “Zeitenwende” hat gute Chancen zum Wort des Jahres 2022 zu werden. Wie grotesk und absurd ist es, dass im 21. Jahrhundert ein rückwärtsgewandter Mann in Macho-Manier an einem absurd langen Tisch einen brutalen Angriffskrieg gegen ein Volk führt, während ihm in seinem eigenen Land die ökologischen Probleme über den Kopf wachsen?! Die Permafrostböden tauen mit unabsehbaren Folgen und riesige Binnenseen trocknen aus.

Die Zeitenwende, die wir durchleben, markiert nicht nur eine grundlegende Veränderung der Sicherheitsordnung in der Welt, sie steht auch für die Notwendigkeit, die sozial-ökologische Transformation unseres Lebens und Wirtschaftens nun endlich entscheidend voran zu bringen. Dafür sind die vielen unterschiedlichen Unternehmen der Sozialwirtschaft so etwas wie geborene Partner. „Zeitenwende“ weiterlesen