Diakonische Identität im Werden

„Diakonische Identität in einer pluraler werdenden Gesellschaft.“  So der Titel eines Symposiums, an dem ich in der vergangenen Woche teilnehmen konnte. Ein Thema so alt wie die unternehmerische Diakonie – und doch in jeder Generation neu zu verhandeln.

Erkennbar und offen: Die Vielfalt im Diakonischen Profil wird auch im Corporate Design der Diakonie erfahrbar.

Die Fragen sind immer ähnlich: Wer passt zu uns und wer nicht? Was soll sich in, durch unserer Arbeit vermitteln? Was zeichnet den Diakonie-Spirit, den diakonischen Geist aus, der uns von anderen Wohlfahrtsverbänden, sozialen Unternehmungen unterscheidet? Gibt es diesen Geist überhaupt – außerhalb von Gottesdienst, Seelsorge und Bildung? Spürt man ihn auf Station, in der Beratung, im Umgang miteinander? Und wenn man ihn spürt – was spürt man überhaupt? – So habe ich in meiner Begrüßung formuliert.

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Ostern: Auf die Hoffnung setzen

„Alltagsheld*innen setzen auf die Hoffnung“. Das ist in diesem Jahr im Netz unsere diakonische Osterbotschaft. Sie braucht ganze 32 Sekunden, um sich zu entfalten: Ein Mosaik aus Gesichtern und Namen. Neben Simon, Josef und Salome stehen Dietrich, Sabine und Anneliese. „Ostern: Auf die Hoffnung setzen“ weiterlesen

ÖAB: Bibel-Tweet macht Politik

„Twitter müsste für Losungsleserinnen und -leser eigentlich ein nachvollziehbares Medienformat sein. Denn was sind Losungen anderes als Bibel-Tweets? Kurze, aus dem Zusammenhang gerissene Sätze, die eine erstaunliche Breitenwirkung haben – jedenfalls in der evangelischen Welt. Und Aussagen von Politikern wie Wolfgang Schäuble oder Katrin Göring-Eckardt zeigen, dass sie auch in politische Diskurse sickern können.“ „ÖAB: Bibel-Tweet macht Politik“ weiterlesen

Unerhört! Diese Weihnachtsgeschichte

Für mich spielt die Weihnachtsgeschichte dieses Jahr in Schwäbisch Hall. Und sollten Maria und Josef verzweifelt eine Herberge suchen, empfehle ich diese Adresse: Vor dem Kelkertor 1. „Unerhört! Diese Weihnachtsgeschichte“ weiterlesen

Pfingsten und die Offene Gesellschaft

Pfingsten feiert die Christenheit ein großartiges Konzept von Gemeinschaft! Kein populistisch hingeklotztes Wir, das bestimmte Menschen ein- und andere ausschließt! Kein „christliches Abendland“ als kultureller Kampfbegriff! Kulturelle Kampfbegriffe und Pfingsten passen nicht zusammen.

Menschen um eine Tafel auf dem Tempelhofer Feld
Nach-Pfingsten: Am 16. Juni 2018 findet der Tag der offenen Gesellschaft statt ©Diakonie

Denn Pfingsten feiert die Christenheit eine Gemeinschaft, die Vereinzelung überwindet, Individualität schützt und in der Diversität kein Hinderungsgrund für Zugehörigkeit ist.
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Von gestern? Arbeitgeberin Diakonie

In der vergangenen Woche habe ich mich abwechselnd gewundert, amüsiert und geärgert über Schlagzeilen wie diese: „Kirchen müssen Realität anerkennen“, „Adieu Mittelalter!“, „Wenn Toleranz verordnet werden muss“ oder „Gegen Willkür: Die Kirchen müssen begründen, wenn sie Jobs Gläubigen vorbehalten. Das ist höchste Zeit“.

Schon 2014: Tahani Barghouthi arbeitet in den Frankfurter Diakoniekliniken. An ihrem Kopftuch stört sich niemand. © www.ekhn.de

In vielen öffentlichen Kommentaren wurde nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshof zur „Rechtssache C-414/16 – Vera Egenberger / Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE)“ eher ein Zerrbild von Kirche und Diakonie gezeichnet: Als seien sie Institutionen von Vorgestern, die sich hinter Mauern der Intoleranz verschanzten und gegen die Menschen- und Freiheitsrechte jetzt endlich gerichtlich durchgesetzt würden. Quasi ein Sieg der Freiheit gegen die Inquisition. „Von gestern? Arbeitgeberin Diakonie“ weiterlesen

Zeig dich, Diakonie!

„Zeig dich! Sieben Wochen ohne Kneifen“ ist das Motto der evangelischen Fastenaktion, die am Aschermittwoch beginnt und bis Ostern dauert. Zunächst löst der Slogan bei mir leisen Spott aus: Diese Kombination von Fastenzeit und „Ohne Kneifen“ lädt zu Albernheiten ein. Aber warum nicht? FastenaktionIrritation und Humor sind nicht die schlechtesten Wege, in ein ernstes Thema einzusteigen. Und im Kontext des Glaubens, über Mut und Zivilcourage nachzudenken, das gefällt mir. Ich habe mich jedenfalls gerne beteiligt und für das Themenheft „Zutaten“ eine Andacht zum Barmherzigen Samariter beigetragen. „Zeig dich, Diakonie!“ weiterlesen

Die Relevanz der Nächstenliebe

„Ist Nächstenliebe 2030 noch relevant? Impulse für eine strategische Vision zur Zukunft von Kirche und Diakonie.“ So ist eine Diskussion überschrieben, an der ich Anfang Februar in Heidelberg teilnehmen werde. Das Diakoniewissenschaftliche Institut lädt gemeinsam mit dem Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD sowie den Landesverbänden Baden und Württemberg zu einer Fachtagung und einer Zukunftswerkstatt ein.

Nächstenliebe: Eine Frau umarmt einen älteren Mann
Nächstenliebe: Sie verwirklicht sich im diakonischen Handeln, sowie hier in der ambulanten Pflege ©Annette Schrader

Das Thema ist mir seit meinen ersten Berufsjahren ein Anliegen. Ich bin damals bewusst in ein Krankenhaus und nicht in eine Gemeinde gegangen, weil ich überzeugt bin, dass das Evangelium seinen Glanz entfaltet, wenn es auf die Breite der gesellschaftlichen Wirklichkeit trifft und nicht nur auf bestimmte Milieus. „Die Relevanz der Nächstenliebe“ weiterlesen

Wie Engel singen

„Hellhörig werden“, so habe ich in diesem Jahr meine Gedanken zum Weihnachtsfest überschrieben. Dazu gibt‘s einen kleinen Film – über die Stille im Lärm der Stadt, das Staunen im Großstadtgetriebe und einen Spaziergang vom Sitz der Diakonie Deutschland an der Caroline-Michaelis-Straße zur Krippe: „Wie Engel singen“ weiterlesen

Bitte Lesen: Die Gesellschaft der Singularitäten

„Wohin wir auch schauen in der Gesellschaft der Gegenwart: Was immer mehr erwartet wird, ist nicht das Allgemeine, sondern das Besondere. Nicht an das Standardisierte und Regulierte heften sich die Hoffnungen, das Interesse und die Anstrengungen von Institutionen und Individuen, sondern an das Einzigartige, das Singuläre“, so beginnt der Kultursoziologe Andreas Reckwitz sein neues, jetzt schon preisgekröntes Buch zum Strukturwandel in der Moderne. Titel: „Die Gesellschaft der Singularitäten“.

Menschenmenge
Menschenmengen auf einem Weihnachtsmarkt – durch sein Buch ermöglicht Reckwitz‘ den Lesern, in dem gesellschaftlichen „Wimmelbild“, in dem wir uns bewegen, eine Struktur zu entdecken. ©yuuka1 CC 2.0 via

Ich lese es gerade und bin fasziniert von dieser klugen soziologischen Analyse, die mir hilft, manche Verwerfung in unserer Gesellschaft besser zu verstehen: Phänomene wie Pegida oder Castingshows, Barcelona-Hype und Prenzlauerberg-Chic, Entsolidarisierung oder Aggressivität in den Sozialen Medien gewinnen einen Zusammenhang. „Bitte Lesen: Die Gesellschaft der Singularitäten“ weiterlesen