Europa der Menschenrechte

„Fluchtwege nach Europa – Was hat das mit uns zu tun? Herausforderung für Politik und Kirche.“ Über dieses Thema haben wir am Dienstagabend geredet – EKBO-Bischof Christian Stäblein, Annalena Baerbock (MdB), die Bundesvorsitzende der Grünen und ich. Es war eine „Geisterdiskussion“. Also ohne Publikum vor Ort, aber dank eines Livestreams nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Die humanitäre Katastrophe an den europäischen Außengrenzen verdient so viel mehr Aufmerksamkeit, als einige schräge Impfgegner. Sie schreit nach einer konstruktiven öffentlichen Debatte und gehört jetzt ganz nach oben auf die europapolitische Agenda. Auch wenn der mediale Scheinwerfer auf Corona fixiert ist: Eine Reform des europäischen Asylrechts ist überfällig. „Europa der Menschenrechte“ weiterlesen

Corona – das Digitalisierungsvirus

Permanenter Wandel und Digitalisierung kennzeichnen unserer Zeit. Beide Phänomene fordern die Gesellschaft in allen Lebensbereichen heraus und ziehen radikale Veränderungen nach sich. Aber vor Corona schien es noch möglich, diese Anforderungen auszublenden und einfach weiter zu machen wie bisher. Das geht jetzt nicht mehr. Mit dem Lockdown ist die Digitalisierung mit Wucht in unsere Arbeitswelt eingebrochen, und ich halte das für eine glückliche Wendung: Corona wirkt als ein Digitalisierungsvirus. „Corona – das Digitalisierungsvirus“ weiterlesen

Die Würde der Kinder

In dieser Woche rücken die Rechte der Kinder ins Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Es gibt Empfehlungen für eine stufenweise behutsame Öffnung von Kindertagesstätten. Das ist ein Fortschritt. Die Bilder aus Spanien mit den ausgelassen rennenden und rollerfahrendenden Mädchen und Jungen sind vielen nah gegangen. Sechs Wochen Ausgangssperre – in einem Kinderleben ist das eine Ewigkeit.

Was soll eine Dreijährige über eine Welt denken, in der Kita-Freunde und Großeltern plötzlich unerreichbar sind und Vater und Mutter täglich angespannter wirken? Wie ist es für den Siebenjährigen, der seit Wochen Schule und Hort vermisst, weil es dort Antworten auf neugierige Fragen, einen Bolzplatz und ein warmes Mittagessen gibt? Was bedeutet es für Kinder in Deutschland, dass ihre Würde unantastbar ist, wie es in unserem Grundgesetz heißt? Wie erleben sie konkret, dass sie Rechte haben?

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„Corona-Knigge“ mit Fantasie

„Corona-Knigge“ – diese Formulierung habe ich neulich in einem Interview mit dem Deutschlandfunk benutzt. Und schon ärgerten sich die ersten, weil vermutet wurde, die Diakonie wolle sich jetzt mit angestaubten Benimmregeln profilieren. Viele andere  zeigten Interesse und signalisierten Zustimmung.

Ich bin überzeugt, wir brauchen jetzt eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, wie wir die angemessene Balance zwischen dem notwendigen Schutz vor Infektion, einem damit veränderten Habitus und der dringend notwendigen Möglichkeit zur Teilhabe aller Mitglieder unserer Gesellschaft austarieren wollen. „„Corona-Knigge“ mit Fantasie“ weiterlesen

WIR&HIER und Corona

Unter anderen Umständen wäre ich heute auf dem „WIR&HIER“-Kongress in Hamburg. Darum soll es im Blog in dieser Woche gehen.

Ich möchte einmal kurz aus dem aussteigen, was meinen Alltag – wie den vieler anderer – rund um die Uhr dominiert, und was ich in den vergangenen Wochen hier immer thematisiert habe: die Arbeit in Zeiten der Corona-Krise. Für die Menschen, die auf die Diakonie angewiesen sind: Damit sie verlässliche Unterstützung behalten. Und für unsere Kolleginnen und Kollegen: Damit sie ihre Arbeit jetzt tun können u n d in Zukunft.

Aber heute:“WIR&HIER“. „WIR&HIER und Corona“ weiterlesen

Unterm Rettungsschirm

Was für eine Woche. Sie wird in vieler Hinsicht vieles verändern.
Vor sieben Tage sah es noch so aus, als ließe man die gemeinnützigen Träger und Einrichtungen, die Beratungsstellen, Pflegeheime, Werkstätten und Krankenhäuser ungebremst in die Insolvenz fahren. Mitten in der Krise. Kein Platz unter dem Corona-Rettungsschirm. „Unterm Rettungsschirm“ weiterlesen

Zusammenhalt in „Corona-Times“

Soziale Distanz ist das Mittel der Wahl, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Unsere Gesellschaften stehen still. Ganz Europa bleibt zuhause. Ganz Europa? Natürlich nicht. „Zusammenhalt in „Corona-Times““ weiterlesen

Jubeljahr für klamme Kommunen

Wer wie ich lange Jahr in einer vergleichsweise reichen Stadt wie Düsseldorf gelebt und gearbeitet hat, darf sich glücklich schätzen: der öffentliche Nahverkehr funktioniert, die Stadt kann investieren in Kultur und Bildung und ein Familienausflug am Wochenende ins Hallenbad ist auch kein Problem. Wenige Kilometer nördlich, im Ruhrgebiet, sieht die Welt oft schon ganz anders aus: Dort hat jahrzehntelanger Strukturwandel nicht nur für tiefe Schlaglöcher in den Straßen gesorgt, sondern auch das Vertrauen vieler Menschen in ihren Staat tief erschüttert. „Jubeljahr für klamme Kommunen“ weiterlesen

Beim Sterben helfen

Darf man beim Sterben helfen? Selbstverständlich! Es ist ein Gebot der Liebe zu den Menschen, dafür zu sorgen, dass sie selbstbestimmt leben können bis zuletzt und auch im Sterben ihre Würde behalten. Dass sie entscheiden dürfen, ob sie Schmerzen erleiden können und wollen – oder nicht. Und trotzdem besorgt es mich, dass das Bundesverfassungsgericht heute den Weg dafür geebnet hat, Beihilfe zur Selbsttötung straffrei zu stellen. Allerdings treiben mich dabei nicht nur im engeren Sinn ethische Gründe oder religiöse Bedenken um. Genau so wenig möchte ich das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende einschränken. „Beim Sterben helfen“ weiterlesen

Diakonieviolett dazwischen

Morgens auf dem S-Bahnhof leuchten derzeit wieder diakonieviolett die Plakate unserer UNERHÖRT-Kampagne. Die neuen Motive „Unerhört! Die da oben.“ und „Unerhört! Die da unten.“ begegnen mir in Berlin seit einigen Wochen mit schöner Regelmäßigkeit. Aber auch im Rest der Republik sind sie zu finden. Aus Köln haben uns schon erste Beweisfotos erreicht. Weitere bitte sehr gerne an unerhoert@diakonie.de. „Diakonieviolett dazwischen“ weiterlesen