Erinnern

Ballastexistenz. Ein widerlicher Propagandabegriff für Menschen mit geistiger Behinderung, den der Freiburger Psychiater Alfred Hoche und der Leipziger Jurist Karl Binding 1920 in die damalige gesellschaftliche Debatte um die “Euthanasie” einbrachten. Zwanzig Jahre bevor Adolf Hitler mit einer Notiz die gnadenlose Maschinerie der Patientenmorde im NS-Staat in Gang setzte, plädierten die beiden nicht aus “rassenhygienischen”, sondern vor allem aus ökonomischen Gründen für die aktive Tötung schwer geistig behinderter Menschen. „Erinnern“ weiterlesen

Gegen sexualisierte Gewalt

“Jeder Tag zählt.” Dieser kurze Satz von Julia Sander, Mitglied des Betroffenenbeirates der Diözese Freiburg, geht mir nach. Im Deutschlandfunk hat sie in dieser Woche aus ihrem Leben erzählt: Von Gewalt in ihrer Kindheit, vom Missbrauch durch einen allseits beliebten, sehr nahbaren Priester, dem sie vertraute, von Menschen im Umfeld, die “es” nicht wissen wollten, von ihrem langen Überlebensweg, vom anhaltenden zähen Kampf mit den Institutionen der Kirche. Davon wie wichtig es für sie war, als Opfer anerkannt zu werden, und wie zermürbend es für Betroffene ist, darauf warten zu müssen, dass endlich die Wahrheit gesagt wird. „Gegen sexualisierte Gewalt“ weiterlesen

175 Jahre: #ausLiebe

Manchmal heißt Liebe, ein Start-up zu gründen, Bundestagsdebatten zu kommentieren, Oppositionsführer zu kritisieren, mit einer Ministerin über die Rolle von Nachhaltigkeit in den Sozialgesetzbüchern zu sprechen; oder Einrichtungen zu besuchen, Betroffenen zuzuhören und sich auf politischer Ebene für mehr Anerkennung sozialer Berufe einzusetzen: Liebe im Alltag der Diakonie hat sehr viele unterschiedliche Facetten. Ist zupackend und zuhörend, geduldig und auch mal ungeduldig und immer der Kompass unserer Arbeit.

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