Das Wasser – die Flut – die Katastrophe: Wie soll es weitergehen?

Seit sechs Tagen schippen und schieben sie jetzt schon den braunen Schlamm aus ihrem Mietshaus und tragen das, was von ihrem Mobiliar und den privaten Dingen übriggeblieben ist, vor die Tür. Der jungen Frau stehen Erschöpfung und Verzweiflung ins Gesicht geschrieben, wie ihrem Mann, der in seinem ebenfalls mit braunem Schlamm verdreckten T-Shirt und kurzen Hosen mit stockender Stimme berichtet. Gerade haben wir ihnen einen Bautrockner übergeben können. „Das Wasser – die Flut – die Katastrophe: Wie soll es weitergehen?“ weiterlesen

Der Wahlkampf, den wir verdienen

Es sind heiße Zeiten. Wer sich in diesem Jahr beim deutschen Wahlvolk um das Regierungsamt bewirbt, hat mächtige Herausforderungen vor der Brust:  Nicht nur das Pandemie- und Post-Pandemiemanagement gilt es überzeugend weiterzudenken.

Die digitalen, sozialen und ökologischen Transformationsprozesse, in denen sich diese Gesellschaft bereits befindet, brauchen neue politische Konzepte, neue Antworten und neue, agilere Organisationsformen von Politik. „Der Wahlkampf, den wir verdienen“ weiterlesen

Wann endet die Nacht?

Heute jährt sich der rassistische Anschlag von Hanau, und ich denke an eine Weisheitsgeschichte des chassidischen Judentums: „Wie bestimmt man die Stunde, in der die Nacht endet und der Tag beginnt?“, fragte einmal ein Rabbi seine Schüler. „Wann endet die Nacht?“ weiterlesen

Soziale Superkräfte?

Ob in den Kindergärten oder in der Jugendhilfe, in der Arbeit mit Menschen mit Handicap, in Beratungsstellen und natürlich in Krankenhäusern, Altenpflegeeinrichtungen oder Hospizen: Ein Jahr arbeiten unter Coronabedingungen geht an die Substanz.

Ich denke oft mit viel Sympathie und auch mit Sorge an die unzähligen Kolleginnen und Kollegen in den vielen Einrichtungen der Diakonie, die ihre sehr anspruchsvolle Arbeit nah am Menschen nun schon so lange unter massiv erschwerten Bedingungen leisten. „Soziale Superkräfte?“ weiterlesen

Vom Finden des Lichts

“Where can we find light in this never ending shade?” – “Wo finden wir Licht in dieser unendlichen Finsternis?” Die Frage, mit der der eigentliche Star bei der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten, die 22-jährige Amanda Gorman, ihre flammende Rezitation begann, hallt nach. Und natürlich wäre es keine angemessene Antwort auf diese Frage, schlicht eine Kerze anzuzünden und in ein Fenster zu stellen. Oder vielleicht doch? „Vom Finden des Lichts“ weiterlesen

Freie Wohlfahrt mit allen

Wir sind viele. Das lässt mich hoffen. “Wir”, das sind in diesem Fall die mehr als vier Millionen Hauptamtlichen und freiwillig Engagierten, die in den Einrichtungen und Diensten, Pflegeheimen, Krankenhäusern und Beratungsstellen der Freien Wohlfahrt Tag und Nacht für das Gemeinwohl arbeiten. Um dieses engmaschige Netz aus vielstimmiger Solidarität und Menschenfreundlichkeit, das sie in unserer Zivilgesellschaft knüpfen, beneidet uns die Welt. Nicht nur zu Zeiten der Pandemie. „Freie Wohlfahrt mit allen“ weiterlesen

Kultur der Barmherzigkeit

Niemand kann alleine barmherzig sein. Barmherzigkeit ist auf Andere gewiesen, sie verlangt nach wechselseitiger Gemeinschaft. “Seid barmherzig” – dieser Aufruf ist eine, ist d i e Keimzelle der Mitmenschlichkeit. Und das ist etwas Anderes als Solidarität. „Kultur der Barmherzigkeit“ weiterlesen

Von der Freiheit eines Christenmenschen, der Zukunft der Kirche und ihrer Diakonie

Genau 500 Jahre nach den großen drei reformatorischen Schriften Martin Luthers, deren berühmteste den Titel “Von der Freiheit eines Christenmenschen” trägt, ist es still geworden. Nicht nur, weil die Sonne an meinem Zehlendorfer Schreibtisch nun schon um 16.47 Uhr untergeht, nicht nur, weil das in rauen Mengen gefallene Laub die Geräusche dämmt, sondern vor allem, weil nach all dem Freiheits-Pathos der sogenannten “Nuller-Jahre” und der Feierlaune des Reformationsjubiläums 2017 nun eine eigenwillige Ernüchterung, zuweilen auch Ermüdung eingetreten ist.
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„Jede Unterstützung wird benötigt und ist hilfreich“ – ein Brief aus Moria

Moria brennt. 13.000 Menschen sind nun ohne Obdach, viele am Rande ihrer Kräfte. Eine unvorstellbare – und doch so oft vorhergesagte Katastrophe. Mitten aus diesem Inferno hat mich der Brief einer jungen Frau erreicht. Sie beschreibt die Lage als insgesamt angespannt und chaotisch, aber nicht hoffnungslos, auch wenn es zwischendurch so scheine. Was sie erzählt, berührt mich sehr. Deshalb möchte ich diese Zeilen mit Ihnen teilen:

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Die Lehren des Lockdowns

Baden, Württemberg, Bayern, Sachsen. Fast 2000 Kilometer sind wir in dieser Woche schon gefahren. Heute geht es nach Niedersachsen. Es ist der letzte Tag meiner Sommerreise zu Diakonie-Einrichtungen, die besonders schlimm unter der Corona-Pandemie und dem Lockdown gelitten haben. „Die Lehren des Lockdowns“ weiterlesen