Freiwilligkeit fördern

Pflicht oder Freiwilligkeit? Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die alte Frage nach einem Pflichtdienst für das Gemeinwesen aus guten Gründen neu gestellt. Ihn beschäftigt zu recht die wichtige Frage, wie wir den Gemeinsinn zukünftig wirkungsvoll stärken und der zunehmenden Segmentierung der Gesellschaft entgegen wirken können. Und wieder ist die alte Debatte in vollem Gang.

Mir erscheint nicht hinreichend geklärt, worüber eigentlich nachgedacht werden soll: eine Dienstpflicht? Ein Dienstjahr? Eine soziale, ökologische oder gesellschaftliche Dienstpflicht? Ein Beitrag für mehr Gemeinsinn für alle – oder nur für die junge Generation? Mit und ohne Beteiligung der Bundeswehr? Integriert in ein schulisches Curriculum? „Freiwilligkeit fördern“ weiterlesen

“…der schönen Gärten Zier”

Blühende Gärten, überall in Deutschland: Oasen für Singvögel, Insekten und Menschen. Kleinste, kleine und größere Lebensräume, die das Klima, die Luft- und Lebensqualität in der Nachbarschaft nachhaltig verbessern helfen. Neue Lieblingsorte, die zum Verweilen einladen, zum Mitgestalten und Nachahmen. 30 Projekte dieser Art gibt es bereits unter dem Dach der Diakonie in Württemberg. Damit es bundesweit mehr werden, auch deswegen haben der NABU (Naturschutzbund Deutschland) und Diakonie Deutschland beschlossen zusammen zu arbeiten. „“…der schönen Gärten Zier”“ weiterlesen

Eine offene Gesellschaft ist kein Selbstläufer

Am 18. Juni 2022 heißt es: „Platz machen! Für die offene Gesellschaft“. Bereits zum 5. Mal lädt die „Die offene Gesellschaft“ zu einem Aktionstag ein. Es geht dabei im Kern um nicht weniger als unsere Demokratie. Für mich ist der Kampf um eine offene und gerechte Gesellschaft die zentrale gesellschaftliche Auseinandersetzung des 21. Jahrhunderts. Was wir gerade in Europa erleben müssen ist sogar ein Krieg. Die Ukraine verteidigt sich mit Waffen gegen einen russischen Angriffskrieg, aber die Menschen in der Ukraine kämpfen auch für etwas: Sie verteidigen eine offene, eine demokratische Gesellschaft.
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Nun also Ostern

“Denn sie fürchteten sich.” So endet das Osterevangelium, das in diesem Jahr in vielen Gottesdiensten vorgelesen wird. Es ist ein störrischer Text aus dem Markusevangelium. Er sperrt sich. Der biblische Auferstehungsmorgen bricht in einer zerborstenen Welt an. Das dominierende Gefühl ist Furcht. „Nun also Ostern“ weiterlesen

Gemeingut Gesundheit

Wer krank ist, braucht einen Arzt. Darauf können sich wohl die meisten Menschen verständigen. Und in der Tat ist Zugang zu gesundheitlicher Versorgung ein Menschenrecht, also unabhängig von Nationalität, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit und auch vom rechtlichem Aufenthaltsstatus.

Eine Gesellschaft, die diesen Konsens teilt, wird versuchen, ihr Gesundheitssystem entsprechend zu gestalten. Doch in Deutschland leben Abertausende von Menschen, die ihr Recht auf gesundheitliche Versorgung nicht wahrnehmen können, ohne dass ihnen die Abschiebung droht. „Gemeingut Gesundheit“ weiterlesen

„Tröstet, tröstet mein Volk“ – Jesaja 40,1

40 Tage tobt der russische Krieg in der Ukraine. Es gibt Zahlen, die haben eine hohe Symbolkraft. Die 7 gilt als Glücks-, die 13 als Unglückszahl. Die 3 steht im christlichen Kulturraum für die Dreieinigkeit, die Trinität. „„Tröstet, tröstet mein Volk“ – Jesaja 40,1“ weiterlesen

Die mit Tränen säen…

Acht Tage Krieg in der Ukraine – Hilfen wirksam spenden

Es hat etwas Unwirkliches. Ich sitze hier in meinem Berliner Arbeitszimmer. Die Sonne scheint mit ihren schönsten Vorfrühlingsstrahlen. Die Vögel zwitschern lauthals. Alles blüht, knospt, treibt. Und neun Autostunden von hier, in 850 Kilometer Entfernung, ist Krieg. Das ist so, wie wenn ich von Berlin aus in die Alpen zum Wandern fahre. Größere Kontraste lassen sich kaum denken. „Die mit Tränen säen…“ weiterlesen

Das Wasser – die Flut – die Katastrophe: Wie soll es weitergehen?

Seit sechs Tagen schippen und schieben sie jetzt schon den braunen Schlamm aus ihrem Mietshaus und tragen das, was von ihrem Mobiliar und den privaten Dingen übriggeblieben ist, vor die Tür. Der jungen Frau stehen Erschöpfung und Verzweiflung ins Gesicht geschrieben, wie ihrem Mann, der in seinem ebenfalls mit braunem Schlamm verdreckten T-Shirt und kurzen Hosen mit stockender Stimme berichtet. Gerade haben wir ihnen einen Bautrockner übergeben können. „Das Wasser – die Flut – die Katastrophe: Wie soll es weitergehen?“ weiterlesen

Der Wahlkampf, den wir verdienen

Es sind heiße Zeiten. Wer sich in diesem Jahr beim deutschen Wahlvolk um das Regierungsamt bewirbt, hat mächtige Herausforderungen vor der Brust:  Nicht nur das Pandemie- und Post-Pandemiemanagement gilt es überzeugend weiterzudenken.

Die digitalen, sozialen und ökologischen Transformationsprozesse, in denen sich diese Gesellschaft bereits befindet, brauchen neue politische Konzepte, neue Antworten und neue, agilere Organisationsformen von Politik. „Der Wahlkampf, den wir verdienen“ weiterlesen

Wann endet die Nacht?

Heute jährt sich der rassistische Anschlag von Hanau, und ich denke an eine Weisheitsgeschichte des chassidischen Judentums: „Wie bestimmt man die Stunde, in der die Nacht endet und der Tag beginnt?“, fragte einmal ein Rabbi seine Schüler. „Wann endet die Nacht?“ weiterlesen