Unerhört bei „Deutschland spricht“?

Bühne für die Demokratie: Das „Radialsystem“ war Gastgeber von „Deutschland spricht“ in Berlin. © Flickr

Auch wenn mein Gesprächspartner mich am Sonntag versetzt hat: „Deutschland spricht“ ist eine großartige Aktion. Sie zeigt auch, dass die Diakonie mit den Unerhört-Foren, über die ich im Blog hier schon berichtet habe, auf dem richtigen Weg ist: Menschen in ein persönliches Gespräch zu bringen, die einander sonst nicht begegnen, wirkt wie eine Frischzellenkur für unser Gemeinwesen und unsere Demokratie. Orte des Zuhörens sind ein guter Anfang! Wir brauchen mehr davon.

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Populismus – jetzt auch in Berlin?

Es steht schlecht um die politische Kultur in unserem Land und in Europa. Sie erinnert in diesen Tagen eher an schlechtes Fernsehen. Einigen Vertretern der deutschen Politik erscheint das Instrumentarium des Populismus, der medialen Inszenierung von Politik als schaler Politikersatz, offensichtlich als ein probates Mittel der Wählermobilisierung: „Populismus – jetzt auch in Berlin?“ weiterlesen

Von gestern? Arbeitgeberin Diakonie

In der vergangenen Woche habe ich mich abwechselnd gewundert, amüsiert und geärgert über Schlagzeilen wie diese: „Kirchen müssen Realität anerkennen“, „Adieu Mittelalter!“, „Wenn Toleranz verordnet werden muss“ oder „Gegen Willkür: Die Kirchen müssen begründen, wenn sie Jobs Gläubigen vorbehalten. Das ist höchste Zeit“.

Schon 2014: Tahani Barghouthi arbeitet in den Frankfurter Diakoniekliniken. An ihrem Kopftuch stört sich niemand. © www.ekhn.de

In vielen öffentlichen Kommentaren wurde nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshof zur „Rechtssache C-414/16 – Vera Egenberger / Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE)“ eher ein Zerrbild von Kirche und Diakonie gezeichnet: Als seien sie Institutionen von Vorgestern, die sich hinter Mauern der Intoleranz verschanzten und gegen die Menschen- und Freiheitsrechte jetzt endlich gerichtlich durchgesetzt würden. Quasi ein Sieg der Freiheit gegen die Inquisition. „Von gestern? Arbeitgeberin Diakonie“ weiterlesen

Gut Kirschen essen

„Das mit den Flüchtlingen regt mich auf. Das stimmt doch alles nicht.“ Die Frau, Mitte 50, Berlinerin, wurde energisch. Sie habe schon vor Monaten beschlossen, keine Nachrichten mehr zu verfolgen. Als gäbe es keine anderen Themen. Wo sie denn bitte wären, diese Flüchtlinge? All das Gezeter um eine Islamisierung Deutschlands, das sei doch Quatsch. In ihrem Alltag hätte sich rein gar nichts verändert. Sie habe sich durch Medien und Internet manipuliert und aufgehetzt gefühlt.

Kirschen in einer Schale
Lieber Kirschen pflücken statt Zeitung lesen – geht das?

Das wolle sie nicht zulassen. Darum habe sie sich eine Nachrichtensperre verordnet. Es sei früh genug, sich eine Meinung zu bilden, wenn tatsächlich Flüchtlinge in ihrem Leben auftauchten. Von Angesicht zu Angesicht. Und jetzt führe sie in den Garten. Zum Gießen. „Gut Kirschen essen“ weiterlesen

Unser neues Wir – 2016 wird das Jahr der Integration

Vielleicht haben Sie sie schon bemerkt? Die Diakonieplakate mit dem Slogan: „In der Nächsten Nähe“? In ganz Deutschland können Sie ihnen derzeit begegnen: Der Hebamme mit dem noch blutigen Neugeborenen; der alten Dame, deren schlohweißes Haar von einer Altenpflegerin gekämmt wird, oder der Sozialarbeiterin im Gespräch mit einer Gruppe junger Männer und Frauen, Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak.

Die Diakonieplakate mit dem Slogan: „In der Nächsten Nähe“ – hier das Motiv aus der Flüchtlingshilfe
Die Diakonieplakate mit dem Slogan: „In der Nächsten Nähe“ – hier das Motiv aus der Flüchtlingshilfe

Das Besondere an diesen Plakaten ist, dass sie tatsächlich den Arbeitsalltag der Diakonie abbilden. Es sind keine gestellten Werbebilder, sondern Reportagefotografien aus dem wirklich gelebten Leben. „Unser neues Wir – 2016 wird das Jahr der Integration“ weiterlesen

Debatte über die Sterbebegleitung

Darf sterbenskranken Menschen auf Verlangen geholfen werden, aus dem Leben zu scheiden? Eine schwierige Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt. Anfang November entscheidet der Bundestag über eine Neuregelung der Sterbehilfe.

Sterben in Würde

Die Legalisierung von ärztlich assistiertem Suizid setzt Menschen unter Druck, ihr Leben vorzeitig zu beenden. Diese Befürchtung teilen laut einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD sowohl Gegner als auch Befürworter der Beihilfe zur Selbsttötung. Vor diesem Hintergrund warb ich am Dienstag gemeinsam mit dem EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm für eine würdevolle Begleitung am Ende des Lebens sowie einen Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung.

Das Gespräch mit dem Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) können Sie hier hören: