Zeiten des Populismus?

In dieser Woche: Jahresempfang der Hoffnungsorte Hamburg. Hinter dem ansprechenden Namen steht ein Netzwerk sozialer und spiritueller Angebote im ganzen Stadtgebiet, getragen von der Stadtmission: Von Wohnungslosenhilfe bis zur Migrantenmedizin, vom Frauenhaus bis zum Kirchencafé, von der Bahnhofsmission bis zur Mieterberatung, vom Wohnprojekt für psychisch Kranke bis zum Raum der Stille und und und. Die Wurzeln der Hoffnungsorte reichen bis in Jahr 1848 zurück.

Ein Mann steht an einem Podium
Ein schöner Abend bei den Hoffnungsorten in Hamburg

Damals gründete Johann Hinrich Wichern in Hamburg den Verein für Innere Mission, der seit damals Träger der Stadtmission ist. Die Hoffnungsorte inspirieren – so fruchtbar können Diakonie, Kirche und Stadt zusammenarbeiten: „Die Solidarität mit den Bedürftigen, egal ob arm oder reich, alt oder jung, Christ oder nicht“, prägt seit Wicherns Zeiten die Hoffnungsorte.“ „Zeiten des Populismus?“ weiterlesen

Demografie und Diakonie

Es mag manchen vielleicht überraschen: Aber ein Versicherungskonzern und ein Wohlfahrtsverband spielen im selben Team. Heute und morgen jedenfalls. Denn heute übernimmt Diakonie Deutschland von der Allianz die organisatorische Verantwortung für das Berliner Demografie-Forum.

Eine Flügeltür, davor ein Banner, dahinter ein Gang
Das Berliner Demografie-Forum globale Dialogplattform – in diesem Jahr lautet das Motto „Bildung und Integration“

Zum 6. Mal findet dieser hochrangig international besetze Think Tank auf Zeit statt – unter Beteiligung von drei Bundeministerien, der Vodafone Stiftung, dem Wittenberg Zentrum für Globale Ethik, der European School of Management and Technology (ESMT) oder dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Um nur einige zu nennen. Franz Müntefering – Bundesminister für Arbeit und Soziales a.D. hat den Vorsitz des Beirates, dem auch ich seit wenigen Monaten angehöre. Gehört das wirklich zu den Aufgaben eines Diakonie-Präsidenten? Ich finde schon. „Demografie und Diakonie“ weiterlesen

Schleuser bekämpfen – nicht Flüchtlinge

Wir sollen uns davor hüten, „unsere Werte und Rechtsauffassungen durch politischen Aktionismus zu opfern, nur um einige Tausend Menschen ohne Bleibeperspektive vielleicht einige Wochen schneller aus dem Land zu bekommen.“ Sage nicht ich, das meint Jörg Radek, der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Rechtsstaatlichkeit sei auch im Wahljahr wichtig.

Ein Gebäude davor steht ein Zaun
Ein Ausreisezentrum in Fürth (©epd/Hans Reiner-Fechter)

Als Diakonie-Präsident kann ich dem nur zustimmen und ergänze: Wer beim Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern zu ängstlich auf die Reaktionen aus der ultra- rechten Ecke schielt, droht „Maß und Mitte“ und unsere erkämpften Werte genauso wie unsere Verfassung aus dem Blick zu verlieren. „Schleuser bekämpfen – nicht Flüchtlinge“ weiterlesen

Netzwerker: Diakonie auf dem Land

„Politik wird doch für die Ballungszentren gemacht, die ländlichen Regionen fallen hinten runter“, das höre ich auf meinen Reisen immer wieder. Deswegen sind mir die Besuche der diakonischen Arbeit vor Ort umso wichtiger. Ich möchte wissen, mit welchen Fragestellungen die Menschen konkret zu tun haben.

Eine Gruppe von Menschen steht für ein Gruppenfoto auf einer Treppe
Tolle Truppe: Dorothea Währisch-Purz (vorne) und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Diakonischen Werk Emsland-Bentheim. Zu Gast Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (zweite von vorne), Superintendent Dr. Bernd Brauer (mit blauer Krawatte) und ich.

Was bedeutet das neue Pflegestärkungsgesetz auf dem Land? Wie wirkt sich der Fachkräftemangel aus? Wie unterscheidet sich diakonische Arbeit im ländlichen Raum von der Arbeit in der Stadt? Das interessiert mich. Dafür möchte ich oft mehr Zeit haben, als mein Terminkalender hergibt. In dieser Woche war ich darum „mal eben“ in Ostfriesland und im Emsland. „Netzwerker: Diakonie auf dem Land“ weiterlesen

Die Erinnerung wach halten

Heute ist der Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. In diesem Jahr ist er den Menschen mit psychischer Erkrankung oder geistiger Behinderung gewidmet, die in der Zeit des Nationalsozialismus zwangssterilisiert oder ermordet wurden. Für die Diakonie ist das ein besonders schmerzhafter Teil unserer Geschichte.

NS Euthanasie Opfer: Patienten der Pflegeanstalt Bruckberg werden 1941 mit Omnibussen zur Heil- und Pflegeanstalt Ansbach transportiert © epd/Zentralarchiv Diakonie Neuendettelsau

Denn auch in diakonischen Einrichtungen waren Menschen Opfer – Männer, Frauen und Kinder. Und nur an wenigen Orten regte sich wirklicher Widerstand gegen die Morde und Zwangssterilisationen. „Die Erinnerung wach halten“ weiterlesen

Für mehr Sicherheit – Familiennachzug

Ich bin ein „Volksverräter aus dem Logenmilieu“ – So hat mich jedenfalls Anna F., eine zornige Leserin der „Epoch Times“, genannt. Sie war sehr aufgebracht: Ich würde mich nicht für die Belange hiesiger Kinder und Bedürftiger interessieren, sondern mir „muslimische Klienten in Asien“ suchen.

Familien dürfen nicht auseinander gerissen werden ©Anieke Becker

Ziemlich krude und ziemlich falsch, ist die Diakonie doch Träger von bundesweit über 545 000 Plätzen in der Jugendhilfe und rund 9200 Tageseinrichtungen für Kinder.

„Für mehr Sicherheit – Familiennachzug“ weiterlesen

Kalter Blick oder humane Perspektiven?

Sackgasse  Griechenland. „Stuck in Greece“ heißt der Blog, den Fawaz al Fawaz, derzeit Thessaloniki, auf Facebook führt. Kein nachrichtlicher Blog, eher ein poetisches Gefühlsecho auf die verzweifelte Lage, in der sich derzeit so viele Menschen in Europa befinden. Sein Blog hat ein Bild des kürzlich geschlossenen Flüchtlingslagers „Camp Petra“ in mein Blickfeld geschoben.

Das mittlerweile geschlossene griechische Flüchtlingslager „Camp Petra“ unter einer Schneedecke Privat/Diakonie

Die Kälte kriecht einem noch am sicheren Schreibtisch in die Knochen. Wer in geheizten Konferenzräumen oder Plenarsälen über Flüchtlingspolitik zu entscheiden hat, sollte es sich zur Gewohnheit machen, solche Bilder anzusehen; könnte vielleicht auch den Gedanken oder sogar das Gefühl zulassen, wie es wohl wäre, wenn der eigene Enkel, die Tochter oder Mutter in einem solchen Lager auf ihre Zukunft warten müsste. WARTEN. Ob das Entscheidungen beeinflussen würde? Im Advent im christlichen Abendland? „Kalter Blick oder humane Perspektiven?“ weiterlesen

Globaler Applaus

#Global Applause. So wird auf Twitter von der UN der Internationale Tag des Ehrenamtes in diesem Jahr gefeiert. Seit 1986 rufen die Vereinten Nationen weltweit dazu auf, sich bei den ungezählten Männern und Frauen zu bedanken, ohne die der Begriff „sozialer Zusammenhalt“ nicht mehr als eine leere Worthülse wäre.

Das Ehrenamt ist ein riesiger Schatz – wie im ambulanten Hospizdienst im Hamburger Osten. Hier helfen Ehreanmtliche Sterbenden, die zu Hause sterben möchten, die ihnen verbleibende Zeit so zu gestalten, wie Sie es sich wünschen. ©Diakonie/Anette Schrader
Das Ehrenamt ist ein riesiger Schatz – wie im ambulanten Hospizdienst im Hamburger Osten. Hier helfen Ehrenanmtliche Sterbenden, die zu Hause sterben möchten, die ihnen verbleibende Zeit so zu gestalten, wie Sie es sich wünschen. ©Diakonie/Anette Schrader

Ich habe ganz konkrete Menschen vor Augen, die mir als Ehrenamtliche begegnet sind. „Globaler Applaus“ weiterlesen

Der Wichern-Adventskranz im Bundestag

Heute habe ich den traditionellen Wichern-Adventskranz im Beisein zahlreicher Abgeordneter an die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau als Repräsentantin des Deutschen Bundestages überreicht.

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Der Kranz wird in der Vorweihnachtszeit in der Lobby des Deutschen Bundestages stehen und daran erinnern, „Der Wichern-Adventskranz im Bundestag“ weiterlesen