Unerhört bei „Deutschland spricht“?

Bühne für die Demokratie: Das „Radialsystem“ war Gastgeber von „Deutschland spricht“ in Berlin. © Flickr

Auch wenn mein Gesprächspartner mich am Sonntag versetzt hat: „Deutschland spricht“ ist eine großartige Aktion. Sie zeigt auch, dass die Diakonie mit den Unerhört-Foren, über die ich im Blog hier schon berichtet habe, auf dem richtigen Weg ist: Menschen in ein persönliches Gespräch zu bringen, die einander sonst nicht begegnen, wirkt wie eine Frischzellenkur für unser Gemeinwesen und unsere Demokratie. Orte des Zuhörens sind ein guter Anfang! Wir brauchen mehr davon.

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Unerhört! Wir müssen reden.

Ab heute ist es im Buchhandel: Das Buch, zu dem mich unsere Diakonie-Kampagne inspiriert hat: „Unerhört! Vom Verlieren und Wiederfinden des Zusammenhalts“.  Ich freue mich auf die Diskussionen. Das Cover finde ich ja immer noch ein bisschen „schräg“, aber der Herder Verlag war sich sicher, dass es so im Buchhandel ein „Hingucker“ wird. Wir werden sehen.

Zwei Exemplare des Buches "Unerhört!" von Ulrich Lilie
Jetzt im Buchhandel: Unerhört! Vom Verlieren und Finden des Zusammenhalts.     © Diakonie

Das erste Mal in der Hand hatte ich das fertige Buch am  vergangenen Mittwoch. Genau an dem Tag also, als im Bundestag die Debatte um den Kanzlerinnenetat hohe Wellen schlug und wieder einmal zu einem Schlagabtausch über den erstarkenden Rechtspopulismus in Deutschland wurde. „Unerhört!“ erscheint „in time“: Chemnitz, Koethen und viele andere Orte in Deutschland, über die nicht geredet wird, sind Symptome für eine verunsicherte Gesellschaft, die aktuell um ihre Zukunft streitet, besser gesagt eine neue gemeinsame Zukunft sucht. Lautstärke Empörung auf allen Seiten. Verunsicherung. Klare Kante gegen mutwillige und populistische Vereinfacher. Auch dieser Sitzungstag war eine Variation zum Thema vom Verlieren des Zusammenhalts. „Unerhört! Wir müssen reden.“ weiterlesen

Unerhörte Möglichkeiten

Bei ihr sei Irritation das erste Gefühl gewesen, erinnert sich Marlis Winkler vom Diakonischen Werk Syke-Hoya-Diepholz. Plötzlich hätten im ganzen Landkreis Diepholz diese violetten Plakate gehangen: „Unerhört! Diese Obdachlosen!“, „Unerhört! Diese Flüchtlinge.“ Absender Diakonie? Kann das sein? – Im Umland von Bremen hat die Diakonie-Kampagne im Frühjahr genauso eingeschlagen, wie wir in Berlin uns das erhofft hatten. Die Presse fragte nach, eine öffentliche Debatte begann und die Irritation wandelte sich erst in Nachdenklichkeit und dann in Zustimmung. „Unerhörte Möglichkeiten“ weiterlesen

Zauberwort Zuhören

In diesem Jahr folgt meine Sommerreise dem Motto der Kampagne: Unerhört! Neben den „Vor-Ort“-Besuchen stehen sechs Unerhört-Foren in sechs Städten auf dem Programm. Organisiert und mitgeplant von unseren diakonischen Geschwistern vor Ort, die so dazu beitragen, die Strahlkraft der Diakonie-Kampagne zu erhöhen. (Herzlichen Dank! Zusammen können wir etwas bewirken!) In dieser Woche war ich deswegen in Stuttgart, Frankfurt am Main und Leipzig. „Zauberwort Zuhören“ weiterlesen

Unerhört in Herten

Zuhören: Gespräch im Tagesaufenthalt für Wohnungslose der Diakonie in Herten.                                 © Diakonie Recklinghausen

Als „klammste Kommune Deutschlands“ hat das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ jüngst die Stadt Herten im Kreis Recklinghausen bezeichnet: Der ehemaligen Bergbaustadt im nördlichen Ruhrgebiet sieht man an, dass der Strukturwandel nicht geschafft ist.
An der Durchgangsstraße Spielhallen und Billigläden, und an der Ecke ein ehemaliger Hochbunker. Hinter dessen dicken Mauern arbeitet nun auf mehreren Etagen die Diakonie. Herten – genau der richtige Ort, um unsere Veranstaltungsreihe zur Diakonie-Kampagne zu starten: die „Unerhört“-Foren.
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Besser spät als nie

Dass die Investition in Arbeit sinnvoller ist als die Investition in Arbeitslosigkeit, ist eine sozialpolitische Binse. Vertreter von Sozialverbänden, Repräsentanten der Wirtschaft und Politiker jeglicher Couleur haben diesen Satz schon von sich gegeben.

Doch zur Zeit gesellt sich zur Binse die Weisheit: dass es machbar ist, Gelder aus den Sozialhaushalten besser in Beschäftigung zu transferieren. Auch das ist nicht ganz neu. Schon im Jahr 2006 hat die Diakonie ein solches Modell entwickelt, unter dem Namen „Passiv-Aktiv-Transfer“ (PAT). „Besser spät als nie“ weiterlesen

Pfingsten und die Offene Gesellschaft

Pfingsten feiert die Christenheit ein großartiges Konzept von Gemeinschaft! Kein populistisch hingeklotztes Wir, das bestimmte Menschen ein- und andere ausschließt! Kein „christliches Abendland“ als kultureller Kampfbegriff! Kulturelle Kampfbegriffe und Pfingsten passen nicht zusammen.

Menschen um eine Tafel auf dem Tempelhofer Feld
Nach-Pfingsten: Am 16. Juni 2018 findet der Tag der offenen Gesellschaft statt ©Diakonie

Denn Pfingsten feiert die Christenheit eine Gemeinschaft, die Vereinzelung überwindet, Individualität schützt und in der Diversität kein Hinderungsgrund für Zugehörigkeit ist.
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Komm ins Team Diakonie!

„I Bims 1 Pflegekraft vong Herzen her“. Weiße Schrift auf schwarzem Grund. Sie fragen sich, was das heißen soll? Na, das ist „Jugendsprech“ für „Ich bin von ganzem Herzen/leidenschaftlich gern Pflegekraft“. Das so beschriftete Shirt ist in diesem Jahr eines unserer „Give aways“ zum Aktionstag Pflege am 12. Mai.

Recruiting offensiv. Diakonie-Präsident Ulrich Lilie mit dem Shirt zum Aktionstag Pflege 2018.

Bei den Aktionen in dieser Woche, an deren Ende der Internationale Tag der Pflege steht, wollen wir zukünftige Kolleginnen und Kollegen für die herausfordernde und erfüllende Arbeit in Altenheim, Krankenhaus oder ambulanter Pflege interessieren. „Komm ins Team Diakonie!“ weiterlesen

Von gestern? Arbeitgeberin Diakonie

In der vergangenen Woche habe ich mich abwechselnd gewundert, amüsiert und geärgert über Schlagzeilen wie diese: „Kirchen müssen Realität anerkennen“, „Adieu Mittelalter!“, „Wenn Toleranz verordnet werden muss“ oder „Gegen Willkür: Die Kirchen müssen begründen, wenn sie Jobs Gläubigen vorbehalten. Das ist höchste Zeit“.

Schon 2014: Tahani Barghouthi arbeitet in den Frankfurter Diakoniekliniken. An ihrem Kopftuch stört sich niemand. © www.ekhn.de

In vielen öffentlichen Kommentaren wurde nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshof zur „Rechtssache C-414/16 – Vera Egenberger / Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE)“ eher ein Zerrbild von Kirche und Diakonie gezeichnet: Als seien sie Institutionen von Vorgestern, die sich hinter Mauern der Intoleranz verschanzten und gegen die Menschen- und Freiheitsrechte jetzt endlich gerichtlich durchgesetzt würden. Quasi ein Sieg der Freiheit gegen die Inquisition. „Von gestern? Arbeitgeberin Diakonie“ weiterlesen

Stadt, Land, Bund

Braucht es eine Sterbehilfe für Dörfer? Also, gibt es Regionen, denen infrastrukturell nicht mehr zu helfen ist und die man politisch deswegen aufgeben sollte? Und wenn ja, was wären die Kriterien für einen solchen Schritt? Auch diese Frage kam beim 7. Berliner Demografie-Forum auf, und ich bin froh, dass ich die Gelegenheit hatte, solchen Ansinnen zu widersprechen. Dazu später mehr.

Eröffnung des Panels „Binnenwanderung als Herausforderung für Stadtverwaltung und Politik“ mit Uwe Lübking, Heribert Kleene, Dr. Heinz-Joachim Lohmann, Dr. Birgit Richtberg, Ulrich Lilie, Prof. Jörg Rocholl (v.l.n.r.) © BDF/Stephan Röger

Zwei Tage haben wir in der vergangenen Woche wieder mit rund 200 nationalen und internationalen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Kirchen und Zivilgesellschaft getagt. „Stadt, Land, Bund“ weiterlesen