1,8 Millionen Stunden Hilfsbereitschaft

Heiterkeit, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft können die Welt in einen angenehmeren Ort verwandeln. Allein deswegen haben mir Sätze wie „Da kann man nichts machen“ oder „Was soll ich schon tun?“ noch nie eingeleuchtet. Niemand soll mit den eigenen Händen, die Welt, die Gesellschaft oder auch die Diakonie retten. Aber es ist verhältnismäßig einfach, das Miteinander von Menschen etwas freundlicher zu gestalten – es kostet kaum Mühe. Und was kann erst erreichen, wer sich ein wenig mehr Mühe macht…?

Frau hält Patientin im Bett die Hand
Die „Grünen Damen“ nehmen sich Zeit, wenn niemand Zeit hat © eKH

Ich habe aus aktuellem Anlass gerade nochmal über Brigitte Schröder (1917-2000) gelesen, die Gründerin der Evangelischen Kranken- und Alten-Hilfe (eKH), eine bemerkenswerte Frau: „höhere Tochter“, Zahnarzthelferin, erkämpfte sich 24-jährig, mitten im Krieg, unterstützt von ihrem Verlobten, trotz der Nürnberger Gesetze, die Erlaubnis zu einer Fernhochzeit. Später dann Kommunalpolitikerin, Kirchengemeinderätin, Kuratorin des evangelischen Krankenhauses Düsseldorf und und und. „1,8 Millionen Stunden Hilfsbereitschaft“ weiterlesen

Beeindruckende Lebenskraft und sehr viel menschliche Not

Er sitzt mir im Rollstuhl gegenüber. Ein kräftiger junger Mann, die Baseballkappe verkehrt herum auf dem Kopf. Vor drei Jahren schon verlor Mohammed in Damaskus bei einem Bombenanschlag beide Beine und einen Arm. Auf einem Auge ist er seitdem fast erblindet. Seit neun Monaten lebt der 28-Jährige in einer diakonischen Einrichtung* für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge in Berlin-Lichterfelde.

Präsident der Diakonie Ulrich Lilie unterhält sich mit Mohammed, der im Rollstuhl sitzt.
In der Gemeinschaftsunterkunft in Lichterfelde leben 280 besonders schutzberdürftige Geflüchtete – so wie Mohammed. © Ute Burbach-Tasso

Tischler hat er in Syrien gelernt, erzählt er mir in gebrochenem Deutsch, einer der Betreuer – seit fünf Jahren in Deutschland – übersetzt. Grafik-Design würde Mohammed jetzt gerne studieren. Er möchte gestalten und wünscht mir Frieden und Erfolg, als wir uns verabschieden. „Beeindruckende Lebenskraft und sehr viel menschliche Not“ weiterlesen

Danke für Ihr Engagement!

Ein offener Brief an alle Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Liebe Damen und Herren,
immer mehr Menschen sind wie Sie bereit, ihre Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen freiwillig und unentgeltlich für andere einzusetzen. Sie arbeiten mit an der Lösung sozialer Probleme im Stadtteil, engagieren sich für Menschen in Not und setzen sich für einsame, benachteiligte oder diskriminierte Menschen ein.

Der ehrenamtliche Deutschlehrer Max gibt Deutschunterricht in der Notunterkunft Traglufthalle © Kathrin Harms & Esteve Franquesa
Der ehrenamtliche Lehrer Max gibt Deutschunterricht in einer Notunterkunft © Kathrin Harms & Esteve Franquesa

Freiwilliges Engagement ist auch aus unseren diakonischen Diensten und Einrichtungen nicht wegzudenken. Allein in der Diakonie sind in Deutschland weit über 700.000 Menschen ehrenamtlich aktiv. Welch ein Schatz und welche Bereicherung unserer Zivilgesellschaft! „Danke für Ihr Engagement!“ weiterlesen

Eine Welle des bürgerschaftlichen Engagements

Derzeit engagieren sich mindestens 100.000 Ehrenamtliche bundesweit in kirchlich-diakonischen Initiativen und Strukturen für Flüchtlinge. Sie sammeln Spenden, unterstützen die Erstaufnahmestellen, unterrichten Deutsch, bieten Freizeitaktivitäten an und begleiten die Flüchtlinge bei Behördengängen. Ihnen allen gilt mein besonderer Dank:

Satt ist nicht genug – unterwegs mit dem Hamburger Mitternachtsbus

Satt ist nicht genug – so lautet das Motto der diesjährigen 56. Aktion von Brot für die Welt. Über 800 Millionen Menschen auf dieser Erde hungern. Zwei Milliarden Menschen sind mangelernährt – oft mit fatalen Folgen für ihre körperliche und geistige Entwicklung.

Streetworkerin Katarzyna Cygan im Hamburger Mitternachtsbus
Streetworkerin Katarzyna Cygan im Hamburger Mitternachtsbus

Satt ist nicht genug – das wäre auch eine zutreffende Beschreibung für das Mangelleben, das zigtausende Menschen in unserer reichen Gesellschaft im Wortsinn auf der Straße leben. Selbst mit meinem warmen Mantel, einem trockenen Pullover und einer Mütze auf dem Kopf friere ich auf meinem Fußweg zum Heidekampsweg in Hamburg. Hier herrscht heute Abend typisches Hamburger Schmuddelwetter: Nieselregen bei Temperaturen um den Nullpunkt macht das Leben auf der Straße selbst mit guter Ausstattung zu einer echten Herausforderung. „Satt ist nicht genug – unterwegs mit dem Hamburger Mitternachtsbus“ weiterlesen

„Etwas Sinnvolles machen …“

Am Freitag habe ich die Evangelischen Freiwilligendienste in Hannover besucht. Zweierlei hat mich besonders und nachhaltig beeindruckt:
Zum einen das hohe Engagement, mit dem Martin Schulze und Ute Giessecke-Trapp mit ihren Mitarbeitenden von Hannover aus die Begleitung von 45 Trägern und 13.246 Freiwilligen im Freiwilligen Sozialen Jahr und im Bundesfreiwilligendienst wahrnehmen.

Freiwilllig Engaierte bereichern unser Gemeinwesen mit ihrer Einsatzbereitschaft
Freiwilllig Engaierte bereichern unser Gemeinwesen mit ihrer Einsatzbereitschaft

Zum anderen die Begegnung und das Gespräch mit vier Jugendlichen, besser gesagt jungen Erwachsenen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert haben oder gerade absolvieren. Mit großer Begeisterung und viel Herzblut erzählten sie beim gemeinsamen Mittagessen von ihren Erfahrungen: „Zwischen unserem Dienstbeginn im Spätsommer bzw. Herbst 2013 und jetzt hat sich vieles – haben wir uns verändert. Im Dialog mit anderen konnten wir Einblicke in andere Lebenseinstellungen und -weisen bekommen, sind an unsere Grenzen gestoßen und über uns hinausgewachsen.“ „„Etwas Sinnvolles machen …““ weiterlesen